Gabriele
Sneddon: Die "Bad"-Welttournee war eine
der längsten und größten aller Zeiten.
Wird Michael noch einmal ein solches Unternehmen starten? Frank Dileo: Nein,
bestimmt nicht. Wir waren fast eineinhalb Jahre unterwegs.
Michael ist am Ende seiner Kraft. Das heißt aber
nicht, daß er nie mehr auftretten oder eine Platte
aufnehmen wird. Er kommt auch in Zukunft live nach Europa,
aber nur in kleinen Rahmen - eine solche Marathon-Tour
wird es nicht mehr geben. Nach den Konzerten in Los Angeles
wird er erst einmal ein paar Monate Urlaub machen und
Drehbücher studieren, die uns staplenweise zugeschickt
wurden. Nach seinem Kino-Debüt in "Moonwalker"
werden wir Michael in den nächsten Zeit wohl verstärkt
als Schauspieler erleben.
Gabriele Sneddon:
Hat Michael eigendlich jemals Schauspiel-Unterricht gehabt? Frank Dileo: Weder
Tanz- noch Schauspiel-Unterricht. Aber durch die Videos,
die er gedreht hat, besitzt er einiges an Erfahrung.
Gabriele Sneddon:
Ist Michael auch privat der coole Typ, den er so gern
verkörpert? Frank Dileo: Der
Charakter seiner Songs verlangt das, und in seiner Phantasie
sieht er sich wohl auch so. Aber eigendlich ist er sehr
naiv und spontan. Ich habe ihm einmal einen Schlüssel
für das Haus gegeben, in dem ich mit meiner Familie
wohne. Er kommt oft vorbei, wenn meine Frau die Kinder
zu Bett bringt. Er spielt dann mit ihnen verrückte
Spiele. Er macht eine Art zweite Kindheit durch, weil
er die erste nie hatte.
Gabriele Sneddon:
Was hat es eigendlich zu bedeuten, daß Michael drei
Finger seiner linken Hand mit Klebeband umwickelt hat? Frank Dileo: Das
sind Pflaster. Michael hat sich zu Beginn der Dreharbeiten
geschnitten und mußte sie tragen. Auch für
die ersten Konzerte. Schließlich gewöhnte er
sich daran. Und er wußte natürlich, daß
alle Welt sich den Kopf darüber zerbrechen würde,
was es wohl zu bedeuten hat. Das ist typisch Michael!